Habla conmigo

Ich habe einen goldenen Koffer und wandere damit nach Bolivien, Südamerika. Den Koffer hat mir meine Mutter, die Schweiz, geschenkt, und in ihm haben immer die wesentlichen Dinge Platz, die ich zum Leben brauche. Ausser Begegnungen. Die müssen immer wieder neu entstehen.

 

Ich war beteiligt an einer Ausstellung mit Performances mit mehreren europäischen und bolivianischen Künstlern im Museo Tambo La Paz. Wir waren aufgefordert, unsere Kunst dort zu zeigen. Am Anfang war ich ratlos. Was soll ich hier zeigen, und warum? Ich wollte keine meiner in Europa entstandenen Performances aufwärmen. Ich wollte erst einmal herausfinden, wo ich war, was das für ein Land ist, was für Menschen. Zu wem setze ich mich hier überhaupt in Bezug? Und so entstand “Habla conmigo”. Ich reiste eine Woche durch die Anden, und verbrachte zwei Wochen auf öffentlichen Plätzen in La Paz. Immer stellte ich ein Schild auf, das die Leute aufforderte, mit mir zu sprechen (“Habla conmigo). Aus einer Reihe von Fragen, die auf Karten notiert waren, konnten die Leute eine ziehen. Damit war das Thema des Gesprächs bestimmt: Fragen nach der Gemeinschaft, nach der Beziehung zwischen Euroa und Bolivien, Fragen der politischen Perspektive, und kultuerller Geprägtheit. Aus den Gesprächen entstanden Texte und Porträts, die ich im Museum als “Wandbuch” dem Besucher zugänglich machte - eine Wand voller Bilder und Texte über meine Begegnungen mit Bolivianern. Während der gesamten Ausstellung setzten Kunststudenten die Habla conmigo-Performance im Museum selbst mit Besuchern weiter fort. Hier einige Auszüge (Fotos und Texte)

des Wandbuchs.

 

 

 

 

Konzept, Performance:

Andreas Liebmann

 

Kurator:

Harm Lux

 

Produktion

Museo Tambo, La Paz

 

 

Textbeispiel 1

Textbeispiel 2

 

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